Pressemitteilung SenWTF
In einer vom DGB in Auftrag gegebenen Studie hat das DIW Berlin die Wachstumspotenziale für die Stadt untersucht. Nach Einschätzung der Autoren der Studie kommt dabei der Industrie eine zentrale Rolle für das neue Wirtschaftsprofil der Stadt zu: Sie ist nach wie vor wichtige Grundlage und Motor für eine nachhaltige und wissensbasierte Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Berlin.
Senator Harald Wolf: „Die Studie unterstützt unser Anliegen, die Industriepolitik weiterhin in den Mittelpunkt der Landespolitik zu stellen. Mit dem Industriedialog und der Wachstumsinitiative sind wir in den letzten Jahren schon ein gutes Stück vorangekommen, um Wissenschaft und Wirtschaft besser zu vernetzen und um aktiv für den Industriestandort zu werben. Mit dem Masterplan Industrie, den wir derzeit gemeinsam mit DGB, IHK, uvb und den Fachverbänden entwickeln, werden wir weitere konkrete Maßnahmen in den auch vom DIW benannten Feldern Wissenschaft und Wirtschaft, Imagekampagne oder Gewerbeflächensicherung vereinbaren.“
Zur Stärkung der Industrieunternehmen am Standort hat der Senat kürzlich die Neukonzeption des Unternehmensservices für Berlin beschlossen. In enger Kooperation mit den Bezirken und der Zentralen Anlauf- und Koordinierungsstelle bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen wird die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes, die Berlin Partner GmbH, etwa 400 Unternehmen systematisch unterstützen. Gleichzeitig wird durch Berlin-Partner die bezirkliche Wirtschaftsförderung gestärkt, um den Betrieben vor Ort den Zugang zum Unternehmensservice zu erleichtern und die dezentrale Betreuung und Unterstützung zu verbessern. „Dabei leistet der neue Unternehmensservice auch einen Beitrag, in einer wirtschaftlich schwierigen Entwicklung, den Industriestandort Berlin weiter voranzubringen“, so Senator Harald Wolf.
Die Berliner Industrie hatte Ende 2008 99.817 Beschäftigte in 787 Unternehmen (mit mehr als 20 Mitarbeiter/innen) und damit 1,1% mehr als in 2007. Nach einem rasanten Strukturwandel hat sich die Industrie in der Stadt grundlegend modernisiert und konnte seit 2006 wieder Wachstum verzeichnen. In Folge der Wirtschaftskrise gehen jedoch seit Ende 2008 Auftragseingänge und Umsätze (im Februar 2009 um 4%) zurück, eine Reihe von Unternehmen hat Kurzarbeit angemeldet. Dabei ist die Entwicklung bislang nicht einheitlich. Einzelne, für die Stadt sehr wichtige Industriebranchen wie die Pharmazeutische Industrie sowie die Ernährungsindustrie haben weiter steigende Umsatzzahlen.