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Bessere Unterstützung für Berliner Unternehmen
Berlin Partner übernimmt Bestandspflege - Abgesandter in jedem
Bezirk
Von Joachim Fahrun
Der Senat will zu den in Berlin ansässigen Firmen engere Bande
knüpfen und die hiesigen Unternehmen besser unterstützen. Die
Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner soll sich künftig auch der
Bestandspflege widmen, die bisher Senatsverwaltung, Bezirksämter und
andere Organisationen zersplittert leisten. "Das ist der Schlussstein für
die Neuorganisation des Standort-Managements in Berlin", sagte
Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei) der Morgenpost. Mit dem
Aufbau des "Unternehmens-Service" verfüge die Stadt dann über ein
System, das dem "state of the art" der Wirtschaftsförderung
entsprechen.
Seit seinem Amtsantritt hat Wolf schon das Stadtmarketing, die
Unternehmensansiedlung und die Technologieförderung neu organisiert.
Deutlichstes Zeichen war die Fusion der Wirtschaftsfördergesellschaft,
der Außenwirtschaftsberatung und der Marketing-Gesellschaft Partner
für Berlin zur Berlin Partner GmbH, in der private Unternehmen,
Kammern und Unternehmensverbände die Mehrheit halten. Die
Technologieförderung ist in fünf Kompetenzfeldern der Berliner
Wirtschaft gebündelt. Nur die Pflege der Bestandsunternehmen bietet
bisher immer wieder Anlass zur Klage.
Um die Mängel zu ermitteln und abzustellen, hat die
Wirtschaftsverwaltung eine umfangreiche Studie erstellen lassen. Die
Empfehlungen der Berater PM & P aus Frankfurt und der holländischen
Buck Consultants will Wolf noch in dieser Legislaturperiode im
Wesentlichen umsetzen. "Wir haben keine wirklichen Lücken in
unserem Angebot", fasste Wolf zusammen, "aber wir haben auch keine
wirkliche Strategie." Bestandspflege laufe "reaktiv und zufällig".
Das soll sich nun ändern. Kern ist der Aufbau eines
Key-Account-Managements. Das bedeutet, dass die wichtigsten Berliner
Unternehmen feste Betreuer zugewiesen bekommen. Diese zehn bis 15
Personen sollen als neue Einheit der Leitung des Berlin-Partner-Chefs
René Gurka unterstellt werden.
In den Kreis der wichtigsten Firmen sollen 200, darunter die
konzernabhängigen Betriebe aufrücken. Hier gehe es darum, deren
Wünsche frühzeitig zu erfahren und rechtzeitig über Entscheidungen der
nicht in Berlin sitzenden Zentralen für den Standort informiert zu
werden. Weitere 200 Unternehmen sollen aus mittelständischen Berliner
Firmen kommen, denen die Fachleute Wachstums- und
Innovationspotenzial zutrauen.
Berliner Morgenpost: Berlin vom 26.04.2008: Bessere Unterstützung f... http://www.morgenpost.de/content/2008/04/26/berlin/959343.html
2 von 2 28.04.2008 12:00
Der Bezug zu Berlin Partner hat laut Wolf den Vorteil, dass dort bereits
Branchenkenntnisse vorliegen. Zudem könnten so auch kleinere
Berliner Firmen das Netzwerk der mehr als 150 Berlin Partner nutzen.
Zweites Kernelement der Neuorganisation und sicherlich der politisch
heikelste Teil sollen Abgesandte von Berlin Partner in den
Wirtschaftsfördereinheiten der Bezirksämter sein. In den
Bezirksrathäusern haben die Gutachter sehr unterschiedliches
Verständnis für die Belange der Unternehmen festgestellt. Auch der
personelle Aufwand für die Wirtschaftsförderung variiert. Während
etwa Reinickendorf einen ganzen Stab von Mitarbeitern beschäftigt,
beschränken sich andere Bezirke auf einen Betreuer. Durch die externen
Berlin-Partner-Leute würde die Landesebene schneller von möglichen
Konflikten um Baugenehmigungen, Lärm oder Denkmalschutz erfahren
und könnte schlichtend eingreifen, so Wolfs Hoffnung.
Vertreter der Berliner Wirtschaft begrüßten grundsätzlich die Initiative.
"Wenn es so gelingt, eine Bestandspflege aus einem Guss
sicherzustellen, dann ist das angedachte Vorgehen der richtige Weg";
sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, Jan
Eder.
Aus der Berliner Morgenpost vom 26. April 2008
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